* Gedanken zur Ernährung *

Warum haben viele Papageien Leber/Nierenschäden und/oder sterben relativ jung?  

März 2006

Einige Beiträge im APN-Forum haben mich dazu veranlasst, mal meine Gedanken über die Ernährung von Papageien niederzuschreiben.

Für einige sind ja diese extrudierten Futtermittel (Pellets) die optimale Ernährung. Bei Pellets ist eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Mineralstoffen sichergestellt. Nachteil: Bei ausschließlicher Ernährung mit Pellets werden vermutlich in wenigen Jahren Probleme mit dem Muskelmagen der Tiere auftreten, da dieser seiner natürlichen Funktion (Verarbeiten der festen Stoffe) nicht mehr nachkommen muss. Langzeituntersuchungen haben begonnen, Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor. (kopiert aus dem Katalog Rico's Futterkiste)

Diese Pellets hab ich übrigens auch mal gekauft, aber sie wurden nicht angerührt.  

Ich achte natürlich auch darauf, dass meine grünen Hühner abwechslungsreiches Futter erhalten:

  • Körnermischung von Rico's
  • sämtliche Arten von Obst und Gemüse (auch rohe Zwiebeln/Lauchzwiebel und Knoblauch)
  • allerlei gekochte Sachen wie Nudeln, Kartoffeln, Reis ...
  • Wildbeeren (Hagebutten, Vogelbeeren, Feuer- und Weißdornbeeren)
  • Brot, Brötchen (auch mal mit Butter oder Leberwurst bestrichen!), Joghurt, Babybrei, Rührei
  • manchmal Wurst/Fleisch/Hähnchenknochen
  • Keimfutter, Grünfutter (Löwenzahn, Vogelmiere ...)
  • ab und an mal Nüsse und natürlich den "berühmten" Mini-Butterkeks, sowie rote Kolbenhirse (die beiden lieben diese rote Hirse und jedes Körnchen wird vorsichtig abgenagt).
  • zum Knabbern und als Sitzstangen frische Zweige von Obst- oder Waldbäumen

 

Natürlich wird nicht alles gemampft was ich den Grünlingen anbiete. Manchmal sind sie ganz wild, wie z.B. eine Zeitlang auf Physalis, dann wiederum wird diese Frucht überhaupt nicht mehr angerührt.

Auch rohes Gemüse wird nicht immer gern genommen, gekocht dann schon eher. Was sie regelrecht verabscheuen, sind Möhren, egal, ob roh, gekocht, geraspelt .... hatte mal für die Beiden extra eine Art Gemüse-Eintopf mit Nudeln und Suppengrün (also auch Möhren) gekocht. Sämtliches Gemüse war in kleine Stückchen geschnitten, aber von den Möhren wurde absolut nichts angerührt. Im Gegenteil, es sah hinterher fast so aus, als hätten sie die Möhrenstücke sorgfältig "abgeleckt", um evtl. Nudelreste die daran klebten, nicht verkommen zu lassen. (für Nudeln tun sie alles!)

Jeder liebevolle Geierhalter wird sich bemühen, seinen Piepmätzen artgerechtes Futter anzubieten, aber warum liest man immer wieder, dass gerade die Nachzuchten so oft einen Leber- oder Nierenschaden bekommen und relativ jung sterben müssen?

Hier ein Pülverchen, da ein Vitaminzusatz, hier noch einige Tropfen ins Wasser, jedes Jahr Kontrollcheck beim Doc usw. usw.

Was ist mit den Papageien, die vor 40 oder 50 Jahren nach Deutschland importiert wurden? Sind diese Wildfänge robuster als unsere Nachzuchten? Diese Frage "Wildfang/Nachzucht" hab ich mir schon so oft gestellt (auch in Vogelforen), aber eine wirklich erklärende Antwort bisher nicht erhalten.

Ich weiß von einer Bekannten, deren Bekannte eine mittlerweile 47 oder 48-jährige Blaustirn besitzt. Ich geb das jetzt so wieder, wie ich es auch gehört hab:

Diese Amazone wurde also vor ca. 48 Jahren eingefangen und nach Deutschland importiert. Sie lebte 20 Jahre bei einem Besitzer, der sie dann wiederum an einen Freund verschenkte. Dort lebte sie weitere 20 Jahre und schließlich kam sie vor 7 oder 8 Jahren zu dieser Bekannten. Lora kannte so gut wie kein Obst, hatte Angst vor Spielzeug und saß bestimmt all die vielen Jahre auch nur in einem kleinen Käfig ohne täglichen Freiflug usw. usw.

Wahrscheinlich wurde sie 40 Jahre lang nur mit Wasser, Körnern und Erdnüssen mit Schale ernährt. Damals gab es sicher auch nur das fette Sonnenblumenfutter für den Vogel, weil man es halt nicht anders kannte.

Mittlerweile hat Lora gelernt zu spielen, alles Mögliche zu futtern, besonders Obst und auch Gemüse. Sie erfreut sich bester Gesundheit, hat sogar in den letzten Jahren Eier gelegt und wollte brüten. Der Tierarzt ist auch mit ihr zufrieden. 

Wer etwas dazu schreiben möchte, bitte per Mail an mich.

 

Hier einige Antworten aus dem APN-Forum:  

... ich denke das die Wildfänge schon beim Fang und Transport auf grausame Weise selektiert wurden. Die paar Prozent die diese Hölle überlebt haben sind entsprechend robust. Ausserdem kann es keine nennenswerte Anzahl von Nachzuchten mit 40 Jahren oder älter geben da in den 60ern so gut wie niemand gezüchtet hat.
Gruss
Steff  
 
... Solche Fälle kenne ich auch: Eine verfettete Amazone, fliegt nicht, wird falsch ernährt aber ist ca. 40 Jahre alt... ob das daran liegt dass das Wildfänge sind... keine Ahnung.
Gruß
Marion  
... ich weiß auch von einigen 40 - 50jährigen Amazonen, die regelmäßig vom Mittagstisch futtern, sich an Chips und Salzstangen erfreuen und (augenscheinlich) bei bester Gesundheit sind. Mir sind aber auch viele Papageien (Importvögel) bekannt, die durch solch eine Ernährung ihr Leben lassen mußten.
Ich persönlich bezweifle jedoch nicht, daß die freilebenden Papageien im Gegensatz zu den Nachzuchten in Menschenobhut, durch ihre natürliche Ernährung eine wesentlich gesündere Lebensgrundlage erhalten.  
Gruß
MMchen

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