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Jessy auf Sansibar (15.02. bis 22.04.2011)

 

22.03. Wieder zurueck in der Zivilisation

Hallo ihr Alle,

Da bin ich wieder … nach Sansibar zurueckzukommen, fuehlt sich irgendwie schon sehr nach "nach Hause kommen" an! Ich bin gluecklicherweise fast wieder komplett gesund!! Ab Donnerstag wurde es von Tag zu Tag besser, also keinen Tag zu frueh!

Wo soll ich starten? Also die letzten 5 Tage waren Abenteuer pur. Zuerst sollte ich nochmal erwaehnen, dass wir die Safari sehr spontan organisiert haben und eigentlich nichts wirklich feststand. Nur die Uebernachtungen im Camp waren gebucht, alles andere wollten wir spontan machen. Begleitet wurde ich uebrigens von Matthias, einem 29jährigen Medizinstudenten aus Bayern, der auch schon die letzten 4 Wochen auf Sansibar mit uns unterwegs war.

 

Tag 1: Donnerstag

Um 15:30 Uhr ging es mit der Faehre nach Dar es salaam, was wir gegen 18.30 Uhr erreichten. Wir wussten, dass der Bus am naechsten Morgen um 4.30 Uhr am Busbahnhof fahren sollte. Also haben wir uns in ein Taxi gesetzt, uns dorthin fahren lassen und auch tatsaechlich noch ein Ticket fuer den Bus bekommen!

Daladala

Fährhafen auf Sansibar

Dar es salaam

Hafen von DAR

Von dort, es war bereits 19.30 Uhr, fehlte uns dann noch ein Bett fuer die Nacht. Angeblich sollte es jede Menge Gaestehauser um den Platz herum geben, aber aufgrund der Dunkelheit haben wir nix gesehen. Ein "netter" Taxifahrer hat mit uns dann zahlreiche Gaestehaueser abgefahren, die alle "ausgebucht" waren. Erst nach einer Stunde fiel ihm eines ganz in der Naehe des Busbahnhofes ein, dass doch tatsaechlich freie Zimmer hatte und zufaellig seinem Bekannten gehoerte. Naja, immerhin hat er durch die Fahrerei mit uns eine Menge Geld verdient. Das "Hotel" war dann sehr zweckmaessig, ein Bett, Toilette (Loch im Boden) aber immerhin Klimaanlage. Matthias hatte zum Glueck ein eigenes Moskitonetz dabei. (Ich vermute, dass es sich um ein Stundenhotel handelte, es stand eine Riesenpackung Kondome auf dem Nachttisch)

Immerhin haben wir draussen noch etwas zu essen gefunden (Pommes mit Ei) und meine Suahelikenntnisse waren endlich mal hilfreich. Ausserhalb von touristischen Gegenden spricht niemand mehr Englisch. Dann ging es frueh ins Bett, denn um 4 Uhr holte uns der Taxifahrer wieder ab ... 

Tag 2: Freitag

… und brachte uns zu dem Bus. Wer jetzt an einen klimatisierten Reisebus denkt, liegt falsch! Der Bus hatte 22 Sitzplaetze und war waehrend der 8-stuendigen Fahrt mit teilweise bis zu 40 Leuten besetzt. (Auf dem Dach, hinten an der Tuer, auf dem Boden, auf dem Gepaeck und ueberall)

Der Weg nach Mloka, zum Selous Game Reserve betraegt nur 250 km. Mindestens die Haelfte davon ist aber eine buckelige Sandpiste mit dutzenden Schlagloechern und Regenpfuetzen, so dass es auch vorkam, dass wir aussteigen mussten, damit der Bus einige Wege passieren konnte. Die ganze Zeit lief unglaublich laut irgendeine Suahelimusik.

Irgendwie haben wir aber die 8 Stunden ueberlebt (ich war fest davon ueberzeugt auf dem Rueckweg zu fliegen!) und wir wurden in Mloka vom Campbesitzer (Selous Mbega Camp) abgeholt. Ab hier war dann auch Schluss mit meinem Handynetz.

unser Bus nach Mloka (8 Std.)

Mloka (Dorf im Süden, nähe des Selous Game Reserve)

Das Camp heisst uebersetzt Affencamp und liegt an der Grenze zum Tierschutzgebiet.

Gewohnt haben wir dann 2 Naechte in Zelten, die auf Stelzen gebaut sind, ganz gut moebliert und mit Aussicht auf den Fluss.

Um uns herum in den Baeumen lebten zahlreiche Affen und da die Tiere die "Grenze" des Naturschutzgebietes nicht kennen, gab es auch Nilpferde, Warane, Krokodile in naechster Naehe.

so sehen die Zelte im Camp aus (wir hatten Blick auf den Fluss)

 

Safarifertig

Am Abend haben wir noch eine 3-stuendige Bootssafari auf dem Fluss gemacht (fragt mich jetzt nicht wie der heisst) und konnten Krokodile und Nilpferde sehen.

Nach einem schoenen Sonnenuntergang gab es Abendessen und wir sind kaputt ins Bett gefallen.

 

 

Tag 3: Samstag

Nach dem Fruehstueck ging es um 8 Uhr los zu unserem Fullgame Drive.

Wir sind fast 7 Stunden mit nem Jeep durch das Selous Game Reserve gefahren (was so gross ist wie Daenemark) und konnten zahlreiche Tierarten aus naechster Naehe bewundern: Jede Menge Impallas und andere Antilopen, Giraffen, Zebras, Elefanten, Loewen, Hyaenen, Wildhunde, Nilpferde usw…

Es war absolut spannend und toll, die Tiere in freier Wildbahn zu sehen.

Lunch haben wir mitten im Park eingenommen, ein komisches Gefuehl, wo doch jegliche Tierart ploetzlich vor einem auftauchen konnte. 

Hyäne frisst Impalla und die Geier warten ...

 

Tag 4: Sonntag

Es ging los um 6.30 Uhr mit einer Walking-Safari. Mit einem Guide und einen bewaffneten "Jaeger" machten wir uns zu Fuss auf dem Weg durch den Nationalpark direkt neben dem Camp. Nur wenige Meter vom Camp entfernt, konnte man sehen, dass am Abend zuvor Elefanten dort gegrast haben und Giraffen die Baeume angefressen haben!! Waehrend der 2,5 Std.-Tour haben wir ausser den Affen jedoch keine Tiere gesehen, dafuer aber einiges ueber Pflanzen, Baeume und Tierkot gelernt!

Den restlichen Tag haben wir im Camp verbracht und einfach mal gegammelt. Es hat die meiste Zeit sehr stark geregnet und so langsam muss ich wohl doch einsehen, dass die Regenzeit beginnt. Es regnete in den Tagen immer so 2-3 Stunden am Tag, danach kam aber immer mal wieder die Sonne raus. Heute war dann auch Halbzeit meines Afrikaaufenthaltes, ab jetzt kann ich Tage schon fast zaehlen.

Am Abend wurden wir nach Mloka gefahren, ein anliegendes Dorf, wo wir in einem Gaestehaus uebernachten sollten. Nun wurde uns definitiv bewusst, dass wir in Afrika sind.

Mloka bestand groesstenteils aus Huetten, die aus Stroh und Holz gebaut waren. Kaum jemand sprach Englisch, es war alles sehr dreckig und es gab keinerlei Lebensmittel zu kaufen!!

Das Zimmer in dem wir naechtigten, hatte nur ein Bett mit kaputtem Netz (wir hatten ja zum Glueck ein eigenes) und war total abbruchreif.

Das obligatorische Loch im Boden als Toilette gab es diesmal noch nicht mal im Zimmer, sondern am Ende des "Hotels". 

Frühstückscafe

unser Guesthouse

Urspruenglich sollten wir jeder 7,50 pro Personen zahlen (was viel fuer ein Gaestehaus ist!), konnten den Preis aber noch um die Haelfte reduzieren.  

 

 

 

Nach einer fast schlaflosen Nacht … 

 

Tag 5: Montag

… hatten wir das Glueck, am naechsten Morgen nicht mit dem Bus fahren zu muessen, sondern wurden von ein paar Englaendern in ihrem Jeep mitgenommen. Viel bequemer war es allerdings nicht, da wir die Zeit im Kofferraum auf einer unbequemen Bank zwischen dem Gepaeck verbracht haben. Immerhin erreichten wir nach 6 Stunden Dar es salaam und checkten im Jambo Inn ein, gleich neben dem Hotel, wo ich bei meiner Ankunft die erste Nacht verbracht habe.

Nun konnte ich auch endlich mal Dar es salaam im Hellen betrachten und es ist doch nicht so schlimm, wie vor 5 Wochen vermutet. Wir schlenderten gemuetlich zum Hafen und entdeckten auf dem Weg dorthin ein Einkaufszentrum!! Dort gab es einen Subway (das Brot dauerte aber noch 20 Min, wurde gerade gebacken) und einen Supermarkt. Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie lecker ein Twix schmeckt, wenn man schon 5 Wochen ohne Schokolade auskommen musste! Ich haette am liebsten den ganzen Laden leer gekauft, hab mich aber aufgrund meines kleinen Handgepaeckkoffers zurueckgehalten.

Abends haben wir im Restaurant witzigerweise noch andere Medizinstudenten aus Muenchen getroffen und ich konnte endlich mal vernuenftig duschen. (Auf Sansibar haben wir wieder kein Wasser…) 

 

Tag 6: Dienstag

 

Da ich mir gestern leider ein Ticket fuer die langsame Faehre hab andrehen lassen (zum Preis der schnellen), erreichte ich erst um 16 Uhr (nach 4 Stunden Fahrt statt 1,5) den Hafen von Sansibar.

Auf der Faehre habe ich noch 2 Leute aus Israel kennengelernt, die seit 5 Monaten durch Afrika reisen, und hab ihn hier in Stone Town geholfen, eine Unterkunft zu finden.

 

 

 

Fährhafen in DAR

 

Tja, und jetzt sitze ich hier, lade Fotos hoch und bin zurueck in der Zivilisation!

Wenn ich zurueck denke, waren die Tage absolut super und gerade durch das Ungeplante etwas ganz Besonderes. Das naechste Mal wuerde ich dann aber doch eine Luxussafari bevorzugen, die von vorne bis hinten durchgeplant ist.

Heute Abend werde ich noch mit meiner Mitbewohnerin Essen gehen und dann den Luxus eines bequemen Bettes geniessen. Morgen werde ich eventuell, abhaengig vom Wetter, noch nicht wieder ins Krankenhaus gehen, sondern am Strand entspannen. Am Donnerstag geht dann aber der "Arbeitsalltag" weiter und ich bin gespannt, ob noch andere Medizinstudenten da sind. Matthias ist heute von DAR aus direkt nach Hause geflogen und auch der ganze Rest ist schon abgereist. bzw. reist morgen ab. :(

Liebe Gruesse,
Jessy

25.03. Jessy hat wieder Strom, aber schon seit über einer Woche kein Wasser und so langsam findet sie es nervig. Sie ist heute vom Strand geflüchtet, da es stark regnete. Gestern hat sie 4 Engländer bzw. Iren kennengelernt, war mit denen auf der internistischen Männerstation, was wohl sehr interessant war. (nur das englisch-sprechen ist wohl ziemlich anstrengend)

Zitat: ... Es ist schon gut, neue Leute kennenzulernen, aber es strengt einfach wahnsinnig an ... Bislang haben die mich aber immer verstanden und werden auch nicht muede, sich immer wieder mit mir zu unterhalten...

Und heut vormittag war sie mit jemanden in der Psychiatrie, die etwas außerhalb liegt, und um dorthin zu kommen, mussten sie mit dem Daladala fahren.

Heut Abend wollen sie alle gemeinsam Essen gehen, während sie gestern gemeinsam Nudeln mit Gemüse gekocht haben. Ihrem Magen geht es wieder besser, aber Jessy hat wohl viel abgenommen, ihre Hosen passen nicht mehr ...

27.03. Jessy liegt am Strand in Paje. Momentan regnet es so 1-2 Std. täglich, aber danach scheint immer wieder die Sonne. Auf meine Frage, was sie gern essen möchte, wenn sie wieder in Hannover ist, meinte sie:

Zitat: ... ich will unbedingt Brot mit Käse und Wurst wieder essen! Dafür lasse ich alles andere stehen und liegen! :) Hier gibt es ja absolut kein Brot geschweige denn Aufschnitt!

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